Politik

Aschermittwoch 2017

Möglicherweise hast Du Dir auch schon so Deine Vorstellungen von Politik zusammengezimmert:

  • Sie wird vorzugsweise von alten Männern gemacht, die mit wichtiger Miene aus großen Autos (in letzter Zeit auch: aus Audis) aussteigen, „Kein Kommentar“ nuscheln und hinter sofort wieder schließenden Türen verschwinden – wenn sie wieder herauskommen, reden sie von undurchsichtigen Dingen die „Kappungsgrenzenfreigabe“, „Freistellungsverbotumkehr“ und dergleichen mehr, die sich auch Insidern nicht sofort erschließen...
  • Sie kümmert sich in erster Linie um die Interessen derjenigen, die ohnehin schon ausreichend Einfluss haben, sich diesen „erkaufen“ können, oder über ein erhebliches einheitliches Stimmenreservoir verfügen...
  • Im Kern geht es immer nur über höhere Steuern und Abgaben, um damit in erster Linie sinnlose Dinge zu finanzieren, wie das die berühmte Zeitung mit den vier Buchstaben ja immer wieder aufführt – dies beginnt bei der Frühverrentung von politischen Beamten und reicht bis zum Bau von Brücken, zu denen keine Straßen führen...
  • Die Menschen, die sich „Politiker“ nennen, haben meist keine Ahnung, was eigentlich die Interessen unserer Generation sind (und wenn, dann „ist das leider nicht durchsetzbar...“), kümmern sich immer nur vor Wahlen um die Menschen und brodeln sonst ihr eigenes Süppchen... Nun – ganz so falsch ist das alles natürlich nicht, ABER

Es stimmt schon, dass manche Reformen in der Regel nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können. Darüber nachzudenken, warum das so ist, wäre mit Sicherheit lohnenswert und ein mögliches chat-Thema (von Änderungen profitieren meist nicht alle gleichermaßen, Parteien sind bisweilen auf „Gegenposition als Selbstzweck“ ausgerichtet, Risiken und Chancen halten nicht immer die Waage, etc.) , würde hier aber zu weit führen.

„Politik machen“ gleicht, wie Max Weber formulierte, „dem mühsamen Bohren dicker Bretter“. Dennoch lohnt es sich – weil die, die dies tun, eben oft gar nicht genau wissen, wo man den Bohrer ansetzen sollte. Und das muss auch nicht immer ganz weit weg – in der so genannten „großen Politik“ sein. Bei der politischen Arbeit dreht es sich auch um Entscheidungen über so unterschiedliche Dinge wie die „Zukunft eines Jugendzentrums“, den "Bau eines digitalen Gründerzentrums“ oder „die Kneipenöffnungszeiten / Sperrstunde“.

Es geht also um unsere eigene Freizeitgestaltung, aber auch um so Dinge wie „Verlagerung der Berufsschulen“, „Variationen der Übertrittsregelungen“, „Änderungen beim BAföG“, was uns ebenfalls direkt in unseren Belangen in Aus- und Fortbildung betrifft.

Wenn wir uns hier nicht einmischen, dann läuft es in der Regel so, wie es den Erwachsenen passt – weitere Fahrzeiten zur Berufsschule, Selektion derer, die sich keine Nachhilfe leisten können oder Kürzung der Zuschüsse...

Das kann nicht der richtige Weg sein, deswegen solltest auch Du Dich einbringen, um Deine Interessen zu vertreten, denn sonst macht es keiner (auch deswegen, weil er sie nicht kennt...)

P.S. Natürlich gibt es in der Politik genug Schwätzer und Poser, deswegen brauchen wir Dich, um das zu ändern...